Reviews

  • Wunder geschehen! Seit Jahren angekündigt, hätte niemand auch nur sein abgestandenes Bier auf das Erscheinen des neuen Rewolfinger Albums gesetzt. Zehn Jahre hat ihr letztes Werk inzwischen schon auf dem Buckel. Grashalm(Basis)-Demokratie, die beste Form der Entscheidungsfindung? Aber diese Verzögerung hat Album und Band sehr gut bekommen. Rewolfinger haben ihrem Trash-Country ein Loch gegraben und ihn mit einem 'Oaschler' in selbiges befördert. Die sieben Leute mit den Hang zur Schrulligkeit erreichen mit ihrem Familien Album ein neues Level, ohne dabei ihre Exzentrik abzulegen. Neben den großen Drei nehmen die Sieben auch andere Instrumente zur Hand: eine singende Säge, ein Banjo, ein Flügelhorn, eine Posaune, ein Akkorden, eine Gast-Tuba. Zwischen dem Opener 'Schmus' ("the lyrics they are Schmus/far from the truth") und dem Ende mit 'Dark Star' bekommt alles seinen Platz, was angeschrägte Tonkunst so hergibt - Kitsch, Experimente, Zitate! Ein eindrucksvolles Album ohne Altlasten.
  • Es gibt wenige Bands, die genau nach sich selbst klingen. Und Rewolfinger sind genau so eine Band.Link zur Laudatio
  • Auch Rewolfingers Lyrics besitzen eine komische Kauzigkeit, die ganz leicht aber in Katerstimmung kippen kann. Rewolfingers Musik bedient sich auch gern ruraler Traditionen, nicht nur, aber auch. Für einen Kitschbruder wie mich besonders erwähnenswert ist die göttliche immer wieder hervorscheinende mexikanische Spagettiwesterntrompete, die immer wieder verhalten zum Einsatz kommt. Dann lässt sich wiederum eine ästhetische Verwandheit mit den frühen Calexico nicht ganz von der Hand weisen. Wahrlich, Wahrlich, es gibt gschissenere Verwandtschaften als diese. Super Album.